Cadavre exquis à la plage

Axel Pahlavi und Florence Obrecht laden herzlich zur nächsten Ausstellung im Projektraum Ventilator ein: Cadavre exquis à la plage,
4. Juli – 1. August
recto C.E.A.L.PIn seinen zahlreichen Interviews spricht der Maler Francis Bacon oft von seinem Versuch, mit seinem Unterbewussten zu arbeiten. Das gemeinschaftliche Spiel „Cadavre exquis“ führt uns genau diese Macht des Unbewussten vor Augen.
Hier sind zunächst einmal die Regeln, die alle beteiliegten  Künstler akzeptiert haben:
Auf einem in drei gleichen Teilen gefalteten Papier zeichnet jeder einen Körperteil einer Gestalt und zwar den Kopf (im oberen Drittel), den Rumpf (im mittleren Drittel), die Beine (im unteren Drittel). Jeder Künstler führt nur einen der drei Teile aus, und er sieht nicht, was sich auf den verbeibenden zwei Dritteln befindet.Wenn nun das ganze Blatt zugleich sichtbar ist, so kommt es in unserem Kopf zu einer Synthese dieser „automatisch“ bzw. zufällig entstandenen Gestalt.Das von André Breton erfundene Spiel des „Cadavre exquis“ hat seinen Ausgangspunkt in Sigmund Freuds fundamentaler Behauptung, dass wir im Traumzustand ein Fenster zu unserem Unbewussten öffnen. Zunächst haben sich die Künstler der Dada-Bewegung dem Unbewussten mit dem „automatischen Schreiben“ und zahlreichen Hypnoseversuchen oder Traumprotokollen zu nähern versucht. Danach haben die Surrealisten und insbesonders Breton diese Erkenntnisse immer mehr auf den Punkt gebracht, in dem sie zwei Extreme herausheben, nämlich das „Wachsein“ und den „Traum“ („Les Vases communicants“, 1932 von André Breton).Insofern beschehrt uns der „Cadavre exquis“, abgesehen von dem hoffentlich ästhetischen Vergnügen, einen wahrhaftigen „Wachtraum“. Unsere Wahrnehmung verbindet automatisch die drei Teile, die ja von drei individuellen Künstlern zu verschiedenen Zeitpunkten geschaffen wurden, zu einem Ganzen. Diese Tour de Force wird belohnt, indem jeder Teil dem anderen spontane Frische einhaucht, und jeder gegen den anderen rebelliert, jedoch sich am Ende zu einer Einheit fügt. Wie beim Träumen akzeptieren wir den Bruch mit der Logik, aber gleichzeitig haben wir die Tendenz, eine Gestalt zu erkennen bzw. dem Ganzen einen Sinn zu geben.Kommen wir noch einmal auf Francis Bacon zurück, der einmal sagte: „Der kreative Prozess… ist ein spezieller Zustand, wenn sich alles sehr schnell ereignet, eine Mischung von Bewusstem und Unbewusstem, von Angst und Freude…“ In diesem Sinne sollte man die „Cadavres exquis à la plage“, eine Zusammenarbeit deutscher, französischer und schweizer Künstler, wie konzentrierte Gedichte betrachten und auf sich einwirken lassen.
(Text: Mathias Schauwecker)

 

Eröffnung am Freitag, den 4. Juli ab 19:00

Projektraum Ventilator 24

Katzbachstr. 24, 10965 Berlin Kreuzberg

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mit

Tom Anhold, Eugénie Bachelot Prévert, Jérôme Barbe, Sarah Battaglia, Emilie Benoist, Emmanuel Bornstein, Fritz Bornstück, Thibault Bourgoing, David Button, Baptiste César, Alexine Chanel, Daphné Chevallereau, Eric Corne, Caroline Cassel,  Cyprien Desrez, Salômé Guillemin,Ayako David Kawauchi, Gaël Davrinche, Agnes Domke, Jürgen Durner, Laurence Egloff, Vanessa Fanuele, Holmer Felmann, Maike Freess, France Gayraud, Régis Gonzalez, Amélie Grözinger, Philip Grözinger, Chris Hammerlein, Jonathan Hecht, Franziska Houmsi, Maged Houmsi, Franz J. Hugo, Paul Hutzli, Sarah Jérôme, Chloé Julien,  Nicolas Kashian, Juszi K, Luzie Kork, Yannick Lambelet, Jing Liu, Zara Marlen, Armen & Melvin, Jérémie Martino, Marc Molk, David Morel, Gulnur Mukazhanova, Patrick Munck, Frédéric Nakache, Maho Nakamura, Audrey Nervi,  Claus Hugo Nielsen,Bettie Nin,Alexandra Noat-Dumeste, Maël Nozahic, Annina Nusko, Florence Obrecht, Axel Pahlavi, Gérald Panighi, Francois Paris, Johanna Perret, Joao Persenda, Nazanin Pouyandeh, Marco Reichelt, Raphael Renaud, Caroline Rivalan, Lionel Sabatté, Mathias Schauwecker, Caroline Schmidt, Mickael Sellmann, Jenny Shin, Cédric Taling,Alexej Tchernyi, Tenko, Alex Tennigkeit, Emilie Thomas, Matthäus Thoma, Paul Vergier, Yannick Vey, David Weishaar, Anna Wright, Wu Zhi, Aaron Zimmer, Amandine Zaïdi, Jérôme Zonder.

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